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lkohol ist vieles: Genussmittel, Kulturgut, Teil religiöser Rituale, zwischenmenschliches "Schmiermittel" auf gesellschaftlichen Anlässen, Medizin und unsere Volksdroge Nummer 1. Es ist ein legal erhältliches Rauschmittel, welches Mitakteur zahlreicher Verkehrsunfälle, Straftaten und Suizide ist. Es lässt sich nicht beziffern, wie viele Menschen jährlich direkt oder indirekt durch Alkohol sterben, aber die Zahl dürfte mehrere Millionen betragen. Hinzu kommen unzählige Alkoholsüchtige, die durch ihre Trunksucht andere und sich selbst ins Verderben stürzen.

Was tun wir nur mit dem Alkohol, wenn er doch eigentlich ein Genuss sein sollte!

Volksdroge Alkohol

Das Bundesministerium für Gesundheit berichtet: „6,7 Millionen Menschen der 18- bis 64-jährigen Bevölkerung in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form.

Etwa 1,6 Millionen Menschen dieser Altersgruppe gelten als alkoholabhängig (ESA 2018).“

Diese Zahlen sind bereits alarmierend, aber dürften noch weitaus höher liegen. Die Alkoholsucht verläuft nämlich sehr schleichend und unbewusst. Dann wird sie aus Scham versteckt. Anderen fällt sie nur selten und meist spät auf, denn bei Schnaps, Wein, Bier und Co. handelt es sich um eine legale Droge. Alkohol ist in Deutschland rund um die Uhr und an jedem Tag im Jahr erhältlich. Begrenzungen gibt es nur bezüglich des Alters, aber nicht hinsichtlich der Menge oder des Zeitpunktes. Das ist in einigen Ländern anders. So gibt es Staaten, die den Alkoholkonsum grundsätzlich verbieten. In anderen, wie beispielsweise in Mexiko und Venezuela, wird er während bestimmter Feiertage und zu Wahlen eingeschränkt. Die Angst vor „Ausschreitungen“ unter Alkoholkonsum ist zu groß. Immerhin tritt beim Alkoholkonsum ab einem bestimmten Grad ein Kontrollverlust auf, der Streitigkeiten auf den Plan rufen kann.

Eigentlich ist Alkohol jedoch ein Beruhigungsmittel. Das heißt, dass er lebenswichtige Funktionen im Organismus verlangsamt. Zu den Auswirkungen dieser Verlangsamung gehören:

  • Lallen
  • Taumeln
  • Tunnelblick und gestörte Wahrnehmungen
  • Verzögerungen bei der Reaktionsfähigkeit

Zudem beeinträchtigt er die Fähigkeit zur Rationalität und trübt das Urteilsvermögen. Viele Alkoholkonsumenten trinken, um die stimulierenden Auswirkungen des Getränks auf ihren Körper „zu genießen“. Sie fühlen sich entspannter. Schnell kann dieser Zustand kippen. Kann der Organismus die aufgenommene Menge Alkohol nicht bewältigen, beginnt die dämpfende Wirkung des Rauschmittels. Der Betroffene verliert Kontrolle und Koordination. Bei einer noch höheren Dosis tritt eine Vergiftung ein, die bis zum Koma und Tod führen kann.

Leide ich unter Alkoholismus?

Alkoholismus bedeutet Alkoholabhängigkeit. Zu ihr gehören vier Symptome:

  1. Verlangen oder Zwang zu trinken
  2. Kontrollverlust bezüglich des Konsums
  3. physische Abhängigkeit in Form von Entzugserscheinungen wie Zittern, Übelkeit, Schwitzen, Angstzustände etc.
  4. Gewöhnungseffekt, weswegen höhere Alkoholmengen für ein Trunkenheitsgefühl erforderlich sind

Mögliche kurzfristige Wirkungen vom Alkohol

  • Lallen
  • Müdigkeit
  • Erbrechen und Durchfall
  • Koordinationsschwierigkeiten
  • Magenverstimmung
  • Kopfschmerzen
  • Atemprobleme
  • verminderte Seh- und Hörfähigkeit
  • beeinträchtigtes Urteilsvermögen
  • Bewusstlosigkeit
  • Anämie
  • Koma
  • Gedächtnisverlust

Mögliche Langzeitwirkungen vom Alkohol

  • Gewaltverbrechen
  • Unbeabsichtigtes Verletzen durch Verbrennungen, Stürze etc.
  • vermehrte Arbeitsunfälle 
  • Verlust der Leistungsfähigkeit
  • vermehrte familiäre Probleme, zerbrochene Beziehungen
  • Alkoholvergiftung 
  • Bluthochdruck, Schlaganfälle und andere Herzkrankheiten 
  • Lebererkrankungen 
  • Nervenschäden 
  • Potenzstörungen
  • Gehirnschäden
  • Vitamin-B1-Mangel und somit Amnesie, Apathie und Orientierungslosigkeit 
  • Geschwüre 
  • Gastritis (Entzündung der Magenschleimhäute) 
  • Mangelernährung 
  • Krebs der Mund- und Rachenschleimhaut

Vorsicht: Alkohol verdichtet Stimmungen

Alkohol ist ein Stimmungsverdichter. Dies bedeutet, dass er bereits bestehende Gefühlslagen verstärkt. Fühlen wir uns gut, macht er uns noch ein Stückchen lustiger. Fühlen wir uns aber schlecht, kann er auch diese Stimmung ausufern lassen. Die Folgen davon kennen wir aus dem Bekanntenkreis und aus Zeitungen. Manchmal sind sie so dramatisch, dass es Todesopfer gibt.

So steht häusliche Gewalt oft im Zusammenhang mit Alkoholkonsum.

Auch viele ungeplante Suizide sind daraus das Resultat. Die verdichtende Wirkung von Bier, Schnaps und Co. sollte niemand unterschätzen. Sie scheint gelegentlich kaum vorhersehbar zu sein, aber die Konsequenzen daraus können umso drastischer sein. Behältst du dies im Hinterkopf, wirst du davon nicht überrascht.

Bewahre deine Selbstachtung

Alkohol enthemmt. Diese Wirkung kennt jeder von feuchtfröhlichen Festen. War die Stimmung vor der ersten Runde Bier oder Sekt positiv, ist sie danach oft ausgelassen. Die Gäste lachen mehr, unterhalten sich angeregter und sind eher zu einem Tänzchen bereit. Was soll daran schlimm sein? 

Die enthemmende Wirkung vom Alkohol kann nach hinten losgehen. Das Urteilsvermögen wird getrübt und wir sagen oder tun vielleicht Dinge, die wir nüchtern am nächsten Tag bitter bereuen.

Das beginnt beim Ausplaudern von Geheimnissen sowie anzüglichen Sprüchen und endet bei der Entblößung der primären oder sekundären Geschlechtsmerkmale in der Öffentlichkeit sowie One-Night-Stands mit dem promiskuitiven Kollegen. Der Selbstachtung tut dies nicht gut. Auch gesellschaftliche Missachtung bis hin zu zwischenmenschlichen Problemen sind die Folge. Möchtest du diesen Kontrollverlust wegen eines Gläschen Wein zu viel riskieren?

Alkohol ist keine Entschuldigung für unangemessenes Verhalten, sondern nur eine mögliche Erklärung dafür.

Das Rauschmittel löst unterschiedliche Prozesse im Körper aus, die für den Enthemmungszustand verantwortlich sind. Alle sind diesbezüglich noch nicht erforscht, aber doch einige. So sorgt eine erhöhte – nicht zu hohe – Menge Alkohol für ein Endorphin-Feuerwerk im Organismus. Alles wirkt ein Stückchen großartiger und lustiger:

„Hauptsächlich wirkt Alkohol jedoch auf den sogenannten GABA-Rezeptor im zentralen Nervensystem, der die neuronale Aktivität dämpft. Gleichzeitig wird Glutamat, der wichtigste aktivierende Botenstoff im Hirn, durch den Alkohol geblockt. (…) Beides führt dazu, dass sich Menschen unter Alkoholeinfluss zunächst enthemmt und mutiger als sonst fühlen, dann aber müde und schlapp.“ - Die Endorphin-Falle (www.sueddeutsche.de)

Eine weitere Konsequenz des Alkoholkonsums ist die Trübung bedeutender Sinneswahrnehmungen. Wegen des Tunnelblicks fällt es uns schwerer, Situationen zu beurteilen.

Da die alkoholischen Getränke die Nervenzellen lähmen und somit eine Übermittlung der Informationen abschirmen, schwindet unser Verstand. Jetzt ergreift das limbische System das Zepter, was nur bedingt eine gute Idee ist. Dieses ist nämlich für das Triebverhalten verantwortlich. Bis zu einem gewissen Alkoholpegel kannst du zwar noch mithilfe deines Bewusstseins gegen unvernünftige Entscheidungen ankämpfen, aber irgendwann geht das Urteilsvermögen zumeist flöten. Deswegen sammeln sich in so mancher Bar am Abend auch Autoschlüssel an. Es ist ein Schutz, um sich nicht in Selbstüberschätzung hinter das Steuer zu setzen. Und vielleicht hast du schon einmal einem Freund im Alkoholrausch das Smartphone abgenommen, damit er nicht seinen Ex-Partner kontaktiert.

Wann sollte ich keinen Alkohol trinken?

Der Alkoholkonsum ist bei Wissenschaftlern unterschiedlichster Fachrichtung umstritten. Während die einen auf einen strikten Verzicht pochen, sprechen sich die anderen für ein Gläschen Rotwein hin und wieder aus.

Unstrittig ist jedoch: Ein Übermaß an Alkoholkonsum ist für dich schädlich.

Für den Maximalkonsum gibt es von der DEG grobe Richtlinien, die selbstverständlich nicht in Stein gemeißelt sind.

Grundsätzlich solltest du besser nicht zum Glas greifen, wenn du

  • schwanger bist
  • noch Maschinen oder ein Fahrzeug steuern willst
  • auf Kinder aufpasst
  • bereits traurig gestimmt bist und einen Seelentröster suchst
  • wütend, frustriert und/oder stark gekränkt bist
  • allein mit dir fremden Personen unterwegs bist
  • von deinem Arzt den Rat erhältst, aufgrund deiner Medikamente oder gesundheitlichen Beschwerden auf Alkohol strikt zu verzichten
  • dich einfach gelangweilt fühlst
  • dich dazu gezwungen fühlst
  • alles um dich herum vergessen möchtest.

Sicherlich mag es noch weitere Situationen geben, in denen du besser auf dieses legale Rauschmittel verzichten solltest. Kläre für dich ehrlich in Gedanken ab, warum du wann gern moderat trinken möchtest und lass den Alkoholkonsum nicht einfach zur Gewohnheit werden.

Das ist Teil eines bewussten Lebens, welches entscheidend zu deinem körperlichen und psychischen Wohlbefinden beiträgt.

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Quellen:

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Wichtiger Hinweis: Die hier angebotenen Informationen und Gedankenanstöße dienen lediglich der Orientierung und ersetzen keine qualifizierte, medizinische, heilpraktische oder anderweitige fachliche Beratung.

Photo by Kyle Cleveland on Unsplash

Publiziert am
Mar 23, 2022
 in Kategorie:
Legale Drogen

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