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eroin. Diese Droge steht für viel Elend und Kriminalität, obgleich dies bei anderen Rauschmitteln nicht anders ist. Heroin hat jedoch den Ruf, eine harte Straßendroge zu sein. In Deutschland erreichte sie vor allem durch das biografische Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" an Bekanntheit. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sie bereits viel länger gibt und sie nicht nur auf der Straße bei unfreiwilligen Sexarbeitern und Provinz-Punks anzutreffen ist. Auch so mancher Berufstätiger setzt sich morgens einen Schuss, um für die Arbeit fit zu sein. Doch unabhängig davon, wer „Brown Sugar“ konsumiert: Immer führt Heroin ins Verderben. Bereits nach dem ersten Rush kann eine Drogenabhängigkeit entstehen. Unterschätze Heroin nie!

Was ist eigentlich Heroin?

Heroin ist ein illegales Opiat, welches stark süchtig macht. Es trägt auch die Namen:

  • Smack
  • H
  • Braunes
  • Brown Sugar
  • Schnee
  • Harry
  • Shore
  • Junk

Es ist schwer abzuschätzen, wie viele Menschen weltweit dieser Drogenabhängigkeit verfallen sind. Experten gehen von etlichen Millionen aus, die tagtäglich ihren Schuss „brauchen“. Die Abhängigen haben physisch und psychisch das Gefühl, sie bräuchten das Heroin. Der Entzug davon ist mit großen Qualen verbunden, weswegen lieber der vermeintlich einfachere Weg gewählt wird: der nächste Schuss. 

Es wird von einem Schuss gesprochen, weil der Konsument für gewöhnlich das Heroin injiziert. Dies führt zu einem zusätzlichen Risiko.

Durch das Nutzen von nicht-sterilen Spritzen, steigt das Risiko stark, sich mit den HIV-Viren und damit mit Aids oder anderen Krankheitserregern wie Hepatitis Viren zu infizieren.

Hergestellt wird das Rauschmittel aus dem Saft des Schlafmohns – ebenso wie Morphium und Opium. Im ersten Schritt wird der milchige Opiumsaft aus den nicht reifen Fruchtkapseln der Mohnblume entzogen. Dann synthetisiert der Heroinhersteller aus dem Rohopium Morphium und unterschiedliche Formen des Heroins.

Woher kommt Heroin?

Ein Großteil der Schlafmohnfelder gedeiht in Afghanistan, aber auch in Birma und Laos. Dahinter stecken nicht nur lokale Organisationen, sondern bewiesenermaßen die CIA.

Hierzu ein Auszug aus dem Buch „Die CIA und das Heroin“ von Alfred W. McCoy:

„In Birma, Laos und Afghanistan sorgte eine gesteigerte Opiumproduktion für die entscheidende Unterstützung der Geheimoperationen. Als die Stammesgesellschaften für die CIA-Geheimkriege mobilisiert wurden, mussten sie Arbeitskräfte vom Subsistenzlandbau abziehen und sie in den Krieg umlenken. Dadurch sank die Lebensmittelproduktion. Um sich dennoch ausreichend versorgen zu können, waren diese Gesellschaften nun auf die vergleichsweise guten Erlöse aus dem marktorientierten und zudem nicht so arbeitsintensiven Mohnanbau angewiesen. Aus Sicht der CIA ersparten ihr die Erlöse aus dem Drogenverkauf hohe, vielleicht sogar unbezahlbar hohe Kosten.“

Schon um 1950 entwickelte sich mit großer Unterstützung der CIA in der Region Laos-Birma-Thailand ein Heroin-Dreieck.

Die GIs im Vietnamkrieg konsumierten es vor Ort in riesigen Mengen und kamen, falls sie überlebten, als Heroinsüchtige in die USA zurück. Dann eroberte es den US-amerikanischen Markt.

Ein weißes Pulver: Heroin

Heroin wird wie Kokain auch als Schnee bezeichnet, da es ebenfalls ein weißes Pulver ist. Im Straßenverkauf hat es jedoch zumeist eine andere Farbe: Braun, Rosa, Schwarz und Grau. Die Farben begründen sich in den Zusätzen, mit denen die Droge gestreckt wird. Oft handelt es sich dabei um Zucker oder Koffein. Gelegentlich nutzen die Dealer zum Strecken das Gift Strychnin, was drastische Konsequenzen für den Körper haben kann. Manchmal führt bereits ein Schuss zur Zerstörung lebenswichtiger Organe.

Was macht Heroin so reizvoll?

Heroin erzeugt einen sogenannten Rush. Der Konsument empfindet ein Gefühl der Wärme und eine Zunahme seines Empfindungsvermögens. Die beruhigende, schmerzlindernde und betäubende Wirkung wird oft auch von einer Euphorie begleitet. Ängste treten in den Hintergrund. Das Leben erscheint schöner. Es ist daher kaum verwunderlich, dass gerade Menschen in Extremsituationen wie Kriegsgefechten zu Heroin greifen. Soldaten „erholen“ sich damit von ihren seelischen und physischen Schmerzen. Nach Tagebuchaufzeichnungen von Hitlers Leibarzt soll auch der Führer zeitweise den heroinartigen Stoff Eukoda erhalten haben. Das Rauschgift dient somit als Problemkiller – und dies nicht nur für Soldaten, sondern für Menschen nahezu aller Altersgruppen, die mit dem Leben bzw. sich selbst hadern.

Der Schein, mit Heroin einen Problemkiller gefunden zu haben, trügt jedoch gewaltig. Stattdessen ist das RauschGIFT ein Problemkatalysator.

Er gaukelt dem Konsumenten eine Realität vor, die gar nicht existiert. Und dies wird ihm nach dem Rausch auch schnell bewusst. Auf den Rush und die Euphorie folgt die Schläfrigkeit. Herzschlag und Atmung verlangsamen sich. Schon Stunden nach dem Verblassen des letzten Heroinkonsums steigt das Verlangen nach einem neuen Schuss. Ein Entzug tritt ein, der durch drastische physische und mentale Anzeichen gekennzeichnet ist. Hierzu zählen Rastlosigkeit, Durchfall, Erbrechen, Schmerzen und Unbehagen. Der Konsument ist nun dazu bereit, (fast) alles für die nächste Injektion zu tun. Er bestiehlt seine Eltern, verkauft sein Auto, überfällt einen Kiosk oder prostituiert sich.

Erschreckend sind die Selbstaufgabe und die Kriminalität, die mit der Befriedigung der Drogensucht einhergehen.

Achtung: Ähnlich wie bei anderen Drogen tritt auch beim Heroin ein Gewöhnungseffekt ein. Der Abhängige benötigt daher immer höhere Dosierungen, um einen Rush zu spüren.

Kurzzeit- und Langzeitwirkungen von Heroin

Beim ersten Konsum von Heroin übergeben sich viele User. Der Rush ist jedoch so verführerisch, dass sie bei der Droge bleiben und mehr wollen. Das verdeutlicht, wie stark und wie schnell die physische und psychische Abhängigkeit vom Brown Sugar entsteht.

Kurzzeitwirkungen von Heroin

  • Rush mit Euphorie
  • Verlangsamte Atmung
  • Verneblung kognitiver Funktionen
  • Benommenheit
  • Unterkühlung
  • Koma
  • Tod durch Überdosis (goldener Schuss)

Langzeitwirkungen

  • schlechte Zähne
  • Zahnfleischentzündung
  • Verstopfung
  • kalter Schweiß
  • Juckreiz
  • geschwächtes Immunsystem
  • Koma
  • Atemwegserkrankungen
  • Muskelschwäche, teilweise Lähmung
  • verringerte Potenz oder gar Impotenz
  • Menstruationsstörungen bei Frauen
  • Orgasmusunfähigkeit bei Frauen und Männer
  • Verschlechterung des Erinnerungsvermögens und der intellektuellen Leistung
  • Introvertiertheit
  • Depression
  • Pusteln im Gesicht
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafprobleme

Psychische Veränderungen

Die Änderungen im Verhalten eines Heroinabhängigen werden anfangs versteckt, drängen aber nach einiger Zeit unmissverständlich an die Oberfläche und führen bei den Angehörigen und Freunden meist zu großer Bestürzung. Dazu gehören:

  • Unehrlichkeit, bewusstes Lügen
  • Verlust an Selbstachtung und körperliche Gefügigkeit, um die Sucht zu befriedigen
  • Vernachlässigung der Körperhygiene und Aussehen
  • Völliges Desinteresse an Familie und Freunden
  • Bereitschaft zur Kriminalität und Gewalt

Drogentote durch Opioide wie Heroin: immer häufiger

Offizielle Statistiken können nicht alle Drogentote erfassen, weswegen die Dunkelziffer um ein weites höher liegt. Zudem kommen in ihnen nicht die Verstorbenen vor, die indirekt durch Drogen ums Leben kamen. Hierzu zählt die verzweifelte Mutter, die ihr Kind an die Heroinsucht verloren hat und deswegen Selbstmord begeht, ebenso wie der Kioskbesitzer, der von einem Heroinsüchtigen im Entzug erschlagen wird. 

Dennoch sei an dieser Stelle die offizielle Statistik herangezogen. Sie offenbart Erschreckendes und Alarmierendes:

2021 starben in Deutschland 15,5 % mehr Menschen als im Vorjahr an Drogen. Zumeist lag dies an der Einnahme von Opioiden wie Heroin und Opiaten. Damit erhöhte sich die Anzahl der Drogentoten das vierte Jahr in Folge.

Auch die Gabe von Methadon im Rahmen von wenig bürokratischen Entzugsprogrammen kann daran nichts ändern – im Gegenteil. Methadon soll sogar noch abhängiger machen als Heroin, obgleich das High fehlt. Darüber hinaus berichten Süchtige, dass ein Methadonentzug noch quälender ist als ein Heroinentzug.

Was läuft falsch?

Wie bei allen Drogen müssen wir uns fragen, was falsch läuft, dass ein Mensch zum Heroin greift. Nur die Sucht zu verteufeln und bekämpfen zu wollen, reicht nicht aus. Die Ursache für den Wunsch, sich zu berauschen, muss aufgedeckt werden. Auf den ersten Blick stecken dahinter sehr individuelle Gründe wie Arbeitsplatzverlust, Missbrauch durch den Vater etc. Das eigentliche Grundproblem ist jedoch ein anderes:

Der Konsument sucht im Heroin eine erlösende Wirkung und schreckt nicht vor den sehr gut bekannten Konsequenzen zurück, die damit einhergehen.

Was löst diese immense Verzweiflung aus? Warum hat der Betroffene nicht ausreichend eigene Kompetenzen oder nicht hinreichend Hilfestellung, Probleme oder Lebenskrisen bewältigen zu können? Und genau hier öffnet sich ein breites Themenspektrum, was die Politik ebenso berührt wie die Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen im Allgemeinen.

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Quellen:

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Wichtiger Hinweis: Die hier angebotenen Informationen und Gedankenanstöße dienen lediglich der Orientierung und ersetzen keine qualifizierte, medizinische, heilpraktische oder anderweitige fachliche Beratung.

Photo by Aarón Blanco Tejedor on Unsplash

Publiziert am
Apr 21, 2022
 in Kategorie:
Illegale Drogen

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